Mein
Geburtstagsgeschenk!
2
Tage Malaga und ein Besuch im Tierheim von Cordoba
Da ich
mich sehr dem Tierschutz verbunden fühle, auch durch meine beiden
Hunde, Gucci aus einem Tierheim von Teneriffa und Kylie aus Cadiz von
Hundeleben-retten, wollte ich mir vor Ort ein Bild über die Zustände
im Tierheim und den armen Hunden dort machen.
Da die
Mitarbeiterinnen Barbara, Gertrud und Maren bereits einen Flug nach
Malaga planten, um einigen Hunden zu helfen, wollte ich unbedingt
dabei sein, um ein wenig Unterstützung leisten zu können - denn so
konnten noch mehr Hunde ausgeflogen werden.
Zur Zeit
finden sich leider viel zu wenig Flugpaten, die ohne eigenen Aufwand
oder Bürokratie helfen könnten, die Hunde zu Ihren bereits am
Flughafen wartenden neuen Familien zu bringen.
Da es
nicht gerade günstig ist, mal eben einen Flug und zwei Tage
Übernachtung im Hotel zu buchen, konnte ich meinen Mann überreden,
mir dieses Erlebnis zum Geburtstag zu schenken. So sind Gertrud von
Frankfurt, Barbara und Maren von Hamburg und ich von Düsseldorf aus
geflogen, um 16 Hunden in Deutschland ein neues Zuhause zu
ermöglichen.
Am
Samstag den 31.01.war es dann soweit, um 20.30 Uhr landete ich in
Malaga.
Da ich
als letztes dort ankam, holten mich die Drei vom Flughafen ab und wir
fuhren ins Hotel nach Torremolinos. Dort planten wir nach einem
anstrengenden Tag für alle, die für den nächsten Tag anstehende
Fahrt zum Tierheim Cordoba, welches ca. 200 km entfernt von Malaga
liegt.
Am
Sonntagmorgen ging es dann nach dem Frühstück los, leider spielte
das Wetter nicht so richtig mit, es war sehr stark am regnen.
Auf den
Weg nach Cordoba kamen wir auch an den so genannten Perreras
(Tötungsstationen) vorbei, allein der Anblick dieser Häuser und den
Gedanken an die armen Tiere wurde ich immer trauriger.
Als wir
am Tierheim Cordoba ankamen, hatte es noch stärker angefangen zu
regnen. Im strömenden Regen standen die Hunde am Tor und begrüßten
uns, sie stürmten nur so auf uns los. Jeder Hund bettelte um etwas
Aufmerksamkeit und um ein paar Streicheleinheiten. Als wir uns im
Tierheim umsahen, war ich regelrecht geschockt, es war das reinste
Elend – man konnte die Tränen kaum noch zurückhalten. Die Hunde
hatten in ihrem „Tierheim“ keinerlei Schutz vor Regen oder
sonstige Witterungseinflüsse – es gab keinerlei
Unterstellmöglichkeiten für die armen Tiere. Sie standen in tiefen
Pfützen und Schlamm, sie zitterten vor Kälte - ich werde ihre
Augen, die mich traurig anschauten, bestimmt nicht mehr vergessen
können.
Es gab
ein paar kleine Zwinger um die Hunde abzugrenzen, aber dort gab es
auch keinen Schutz vor Kälte und Regen. Die Hunde lagen auf dem
kalten, nassen und dreckigen Boden ohne Körbchen - keine Decken
,keine Handtücher. Der einzige Luxus war ein Wassernapf.
Das
ganze Tierheim war im Grunde eine Ruine ohne Dach und ohne Strom. Ich
dachte nur noch an meine Hunde, wie gut sie es jetzt haben.
Was
haben diese armen Hunde getan? Ich kann das nicht begreifen, wie
können Menschen den Hunden so etwas antun. Aber zum Glück gibt es
Tierschützer und Organisationen, die den armen Hunden helfen können.
Jeder der ein wenig Herz für Tiere hat und helfen möchte, kann ohne
viel Aufwand sich einfach mal bei den entsprechenden
Hilfsorganisationen melden!
Als die
Hunde gefüttert wurden, ging das große beißen los - jeder Hund
hatte Futterneid - Angst das er nichts bekommt. Sie gingen
aufeinander los und verbissen sich ineinander. Ein Hund hatte eine
große blutende Wunde am Hals, dass er medizinisch versorgt werden
musste. Die Pflegerinnen erzählten uns, dass sich am Vortag zwei
Hunde tot gebissen hätten.
Nach
knapp einer Stunde im Regen war ich richtig durchgefroren, trotz
warmer Regenkleidung. Ich bewundere die Pflegerinnen, die unter
diesen Umständen versuchen ihr möglichstes zu tun, um den Tieren zu
helfen.
Sie sind
jeden Tag für die Hunde da um deren Elend zu verringern - ich
glaube, sie haben schon keine Tränen mehr.
Als am
Tor dann ein Auto hielt, stieg ein Mann mit einem kleinen Hund auf
den Arm aus. Während er auf eine der Pflegerin zuging, sagte er nur
"Perrera" – er meinte töten.
Sie nahm den kleinen verängstigten
Hund - ein kleiner Pekinese-Mix - und brachte ihm in einen der
Zwinger. Wie kann man seinen Hund nur freiwillig dort hinbringen -
es
war ihm wohl auch egal ob er getötet wird.
Der Hund
wusste nicht wie ihm geschah - Ich kann es nicht mehr in Worte
ausdrücken,
wie traurig es ist, mit seinen eigenen Augen anzusehen
wie die Tiere leiden müssen und wie egal es ihren ehemaligen
Besitzern ist, was mit ihnen geschieht .
Aber so sieht die Realität
in Spanien und wohl in einigen anderen Ländern leider aus.
Nach
fast drei Stunden Aufenthalt und einer Menge trauriger Einblicke in
spanische „Tierheime“, machten wir uns dann wieder auf dem
Rückweg nach Torremolinos.
Auf
diesem Weg haben wir noch einen Hund aus dem Tierheim mitnehmen
können, der zum Flughafen Malaga musste.
Er hatte das große Glück
und durfte nach Deutschland zu seinem neuen Frauchen / Herrchen
ausreisen. Als ich abends im Bett lag, gingen mir die Bilder von den
Hunden nochmals durch den Kopf - ich hörte den Regen - lag im warmen
trockenen Hotelzimmer - dachte aber nur an die armen Hunde die
schutzlos dem Regen ausgesetzt waren.
Am
Montag war es dann so weit, nach dem Frühstück fuhren wir gemeinsam
zum Flughafen um den Heimweg anzutreten.
Dort trafen wir uns mit den
spanischen Tierschützern und 16 Hunden, die das große Glück
hatten, nach Deutschland zu Ihren neuen Familien zu reisen.
Ich fing
an zu weinen, aber dieses Mal vor Freude. Ich freute mich für die
Hunde, die wohl endlich ein schönes Hundeleben leben dürfen und mit
Freude erwartet wurden.
Um 14.00
Uhr ging es dann bei mir los, mit fünf Hunden, die Flugboxen mit
vier von Ihnen wurden eingecheckt - den kleinen süßen Zeus hatte
ich im Handgepäck.
Er war
den ganzen Flug über lieb und hat sich überhaupt nicht bemerkbar
gemacht.
Ich war so glücklich, dass ich helfen konnte, damit die
Hunde - ja man kann wirklich sagen - aus der Hölle befreit wurden.
Am
Flughafen wurde ich bereits von meiner Familie, den Adoptiveltern und
den Pflegefamilien der Hunde sehnsüchtig erwartet. Sie freuten sich,
ihr neues Familienmitglied endlich in die Arme schließen zu können.
Nach Erledigung der erforderlichen Formalitäten, konnten die Hunde
endlich in ihr neues Zuhause fahren um jetzt ein sorgenfreies und
glückliches Hundeleben zu führen.
Zuhause
angekommen, musste ich erst mal meine kleinen Hunde in die Arme
schließen. Ich glaube, sie wissen schon wie gut sie es jetzt haben.
Ich bin
froh, dass ich mitfliegen konnte und weiß das Hundeleben-retten
versuchen wird, jeden Hund, den Sie vermitteln können, ein besseres
Leben zu verschaffen.
Ich habe
auch eine Bitte an die Adoptiveltern, habt bitte Geduld mit eurem
neuen Familienmitglied, denn die Hunde müssen auch in ihrem neuen
Zuhause erst einmal zu Ruhe kommen und das verarbeiten, was sie
erlebt haben.
Bitte
gebt ihnen Zeit, zu vergessen. Ich war nur ein paar Stunden im
Tierheim und werde die traurigen Hundeaugen aber nie vergessen.
Trotz
allem, war es das beste Geburtstagsgeschenk, welches ich je bekommen
habe, denn ich konnte wenigstens etwas helfen.
Viele
liebe Grüsse ,Susanne