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LUZ

Luz – ein kurzes Leben auf der Schattenseite


Vor einigen  Wochen wurde eine kleine Welpin über den Zaun der Auffangstation in Cordoba geworfen.

Wie ein Stück Müll – einfach weg damit!!

Ara fand sie und ließ sie erstmal untersuchen. Luz (Licht), wie sie getauft wurde, war gerade einmal drei Monate  alt und ein Chihuahua Mischling. Zuckersüß und mit einem starken Lebenswillen. Schnell fand man heraus, dass Luz nicht oder nur sehr eingeschränkt sehen konnte. Da war aber noch mehr. Sie reagierte auch auf Laute eher verhalten und wackelte oft mit ihrem kleinen Köpfchen – so als würde sie sich stark konzentrieren. Wir vermuteten ein Hirnödem, verursacht durch den Wurf über den hohen Zaun...


In Spanien hätte sie überhaupt keine Überlebenschance.

Wer adoptiert schon einen ’behinderten’ Hund??!

Wir entschlossen uns Luz nach Deutschland zu holen, um sie genau untersuchen zu lassen. Sie kam in eine Pflegestelle nach Hannover. Dort wurde sie liebevoll gehegt und gepflegt. Nachts schlief sie dicht bei ihrem Pflegefrauchen.

Auffällig war, dass Luz gerade am Morgen immer anfing sich im Kreis zu drehen. Das Pflegefrauchen musste sie aus dieser Situation heraus holen und ablenken. Dann ging es.

Luz spielte mit ihrem Stoffgorilla, den sie irgendwann auf dem Sofa entdeckte und liebte draussen das Gras.

Sie sprang dann herum wie ein kleines Fohlen.

Glückliche Momente im schattigen Leben der kleinen Luz.

Nach gründlicher Untersuchung diagnostizierte die Tierärztin vor Ort eine neurologische Störung und verabreichte der kleinen Dame erst einmal Cortisontabletten über drei Tage. Ein Hirnödem ist so behandelbar und es hätte sich schnell eine Besserung eingestellt.

Dem war leider nicht so und so beschlossen wir, dem Ganzen mit einem MRT bei einem Spezialisten auf den Grund zu gehen.

Die kleine tapfere Luz wurde am Freitag dem 13. also in eine Narkose gelegt. Vorher wurde aber durch ein Blutbild noch ausgeschlossen, dass keine inneren Organe diese Symptome auslösten.


Nach nicht einmal einer Stunde stand dann die niederschmetternde Diagnose fest: Hydrocephalus! Wir kennen das als ’Wasserkopf’, was auch bei Kindern und Erwachsenen vorkommen kann. Durch einen Shunt kann bei erhöhtem Hirndruck eine Entlastung herbei geführt werden. Es wird eine Art Drainage z.B. in die Bauchhöhle abgeleitet. Solch ein operativer Eingriff ist durchaus machbar. Nicht aber bei unserer kleinen Luz!

Ihr Hirn war zu ca. 80% (!) betroffen. Ein Wunder, dass sie überhaupt fressen und spielen konnte...

Schmerzen und Krampfanfälle waren in den nächsten Tagen/Wochen zu erwarten.

Die Prognose war mehr als schlecht.

Wir waren hilflos, beinahe ohnmächtig, denn damit rechnen konnte (vor allem wollte) niemand von uns. Wir mussten schnellstens eine Entscheidung fällen, denn Luz lag noch in der Narkose. Nach Rücksprache mit den Tierärzten hatte die kleine Maus absolut keine Überlebenschancen zu erwarten.....

Wir haben sie gehen lassen – es war so furchtbar schwer!


Fragen nach dem ’Warum?’ und ’Hätten wir mehr tun können?’ bleiben ebenso wie die tiefe Trauer, um ein kleines Leben, das gerade erst begonnen hatte.


Luz tobt nun auf der grünen Wiese der Regenbogenbrücke, denn Gras hat sie geliebt... Alles was wir noch tun konnten war sie würdevoll zu beerdigen.

Lebe wohl, kleine Luz – Du fehlst uns schon jetzt unsagbar...



Anmerkung von G.Hanis:

Ein grosses Dankeschön an Barbara,Patricia, Melanie

und ganz besonders Birgitt !


TopHundeleben retten e.V.